8. Tag (2015)

Für Arme einstehen

 

Schrifttext (Ex 3, 7-12a)

Der Herr sprach zu Mose: „Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen, und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört. Ich kenne ihr Leid. Ich bin herabgestiegen, um sie der Hand der Ägypter zu entreißen und aus jenem Land hinaufzuführen in ein schönes, weites Land, in ein Land, in dem Milch und Honig fließen … Jetzt ist die laute Klage der Israeliten zu mir gedrungen, und ich habe auch gesehen, wie die Ägypter sie  unterdrücken. Und jetzt geh! Ich sende dich zum Pharao. Führe mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten heraus! Mose antwortete Gott: Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehen und die Israeliten aus Ägypten herausführen könnte? Gott aber sagte: Ich bin mit dir; ich habe dich gesandt.”


Impuls

Die Kirche hat den Auftrag, die Frohe Botschaft allen
Menschen zu bringen, ohne Ausnahmen. Papst Franziskus erinnert auf Frage, wen sie bevorzugen müsste, an die klare Ausrichtung, die sich im Evangelium findet: „nicht so sehr die reichen Freunde und Nachbarn, sondern vor allem die Armen und die Kranken, diejenigen, die häufig verachtet und vergessen werden, die ‚es dir nicht vergelten können‘ Lk 14,14 … Heute und immer gilt: ‚Die Armen sind die ersten Adressaten des Evangeliums‘.“ EG 48 „Jeder Christ und jede Gemeinschaft ist berufen, Werkzeug Gottes für die Befreiung und Förderung der Armen zu sein… das setzt voraus, dass wir gefügig und aufmerksam sind, um den Schrei des Armen zu hören und ihm zu Hilfe zu kommen.“ EG 187. In der Bibel wird Gott selbst dargestellt als der, der seine Solidarität mit den Armen kundtut: Gott sieht das Elend seines Volkes, er hört seine Klage, er kennt das Leid der  Menschen, steigt herab und befreit es vgl. Ex 3,7-9 Mose erhält von Gott den Auftrag, in seinem Namen Werkzeug für die Befreiung des Volkes Israels zu sein vgl. Ex 3,10 In Christus ist Gott selbst arm geworden, um uns durch seine Armut reich zu machen. Vgl. 2 Kor 8,9 Jesus sagt von sich: „Der Herr … hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe“ Lk 4,18.

Heute sind wir als Christen gesandt, diesen Auftrag zu erfüllen. Er „beinhaltet sowohl die Mitarbeit, um die strukturellen Ursachen der Armut zu beheben und die ganzheitliche Entwicklung der Armen zu fördern, als auch die einfachsten und täglichen Gesten der  Solidarität angesichts des ganz konkreten Elends, dem wir begegnen.“ EG 188 Die Bibel fordert uns immer wieder „mit großer Bestimmtheit zur Bruderliebe, zum demütigen und großherzigen Dienst, zur Gerechtigkeit und zur Barmherzigkeit gegenüber den Armen“ EG  194 auf. Es geht dabei nicht an erster Stelle um Förderungs- und Hilfsprogramme, sondern vor allem um eine aufmerksame Zuwendung zu anderen. Vgl. EG 199 Papst Franziskus schreibt: „Wir sind aufgerufen, Christus in ihnen [den Armen] zu entdecken, uns zu Wortführern ihrer Interessen zu machen, aber auch ihre Freunde zu sein, sie anzuhören, sie zu verstehen und die geheimnisvolle Weisheit anzunehmen, die Gott uns durch sie mitteilen will.“ EG 198


Fürbitten

Gott hört die Schreie derer, die am Rande stehen und kommt ihnen zu Hilfe. Wir wollen ihn bitten:

• Für die Armen, dass ihre Schreie gehört und sie aus dem Elend befreit werden:

A: Herr, erhöre uns.

• Für Jugendliche, die aufgrund mangelnder Bildungs- und Erwerbsmöglichkeiten desorientiert und frustriert sind, dass Wege zur Veränderung ihrer Situation gefunden werden, die ihnen neue Lebensperspektiven eröffnen:

A: Herr, erhöre uns.

• Für die Kirche, dass sie niemals vergisst, dass die Armen die bevorzugten Adressaten des Evangeliums sind:

A: Herr, erhöre uns.


Gebet

Gott im Himmel, du kennst das Leid der Menschen auf der ganzen Erde und hast dich solidarisch erwiesen. Gib uns immer wieder Kraft und Mut, für die Armen einzustehen. Darum bitten wir dich durch Christus, unseren Herrn. Amen.


Gedanke für den Tag

„Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen… und ihre laute Klage gehört. Ich kenne ihr Leid.“ Ex 3,7

 

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