Pfingsten (2015)

Grenzen überwinden – bis an die Enden der Erde

 

Schrifttext (Apg 2,1a.4-5.7-8.11b)

Als der Pfingsttag gekommen war, wurden [alle] mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Sie gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören? Wir [alle] hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.


Impuls

Pfingsten ist das Geburtsfest der Kirche, an dem sie sich besonders an ihre allumfassende Sendung erinnert. „Der Auftrag lautet: ‚Geht hinaus in alle Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!‘ Mk 16,15 [Er]‚ bezieht sich auf die ganze Welt. Jesu Liebesgebot schließt alle Dimensionen des Daseins ein, alle Menschen, alle Milieus und alle Völker.‘ (5.  Generalversammlung des Episkopats von  Lateinamerika und der Karibik, Dokument von Aparecida [2007], 380)“ EG 181 Dabei ist zu beachten, dass der Glaube nicht in die Grenzen des Verständnisses und der Ausdrucksweise einer besonderen Kultur eingeschlossen werden kann. Vgl. Papst Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben „Ecclesia in Asia“ [1999], 20, zit. nach EG 118

Der Missionsauftrag richtet sich nicht an einige Wenige, wir alle sind  gesandt und berufen, an die Ränder zu gehen, an die Grenzen der menschlichen Existenz, gesandt aber auch, Grenzen zu überwinden, Grenzen der Sprache, der Nationalitäten, der Kulturen, der Milieus …, Grenzen, die uns einengen oder andere ausschließen. Papst Franziskus schreibt: „Jeder Christ ist in dem Maß Missionar, in dem er der Liebe Gottes in Jesus Christus begegnet ist“ EG 120, „der erste Beweggrund, das Evangelium zu verkünden, ist die Liebe Jesu, die wir empfangen haben“ EG 264, und er weist darauf hin, dass in allen Getauften die Kraft des Geistes wirkt, die zur Evangelisierung drängt. Vgl. EG 119

In der Apostelgeschichte wird die Rolle des Heiligen Geistes am Anfang der Kirche eindrücklich beschrieben. „Zu Pfingsten ließ der Heilige Geist die Apostel aus sich selbst herausgehen und verwandelte sie in Verkünder der Großtaten Gottes, die ein jeder in seiner Sprache zu verstehen begann.“ EG 259 Damit begann sich die Verheißung Jesu zu verwirklichen: „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.“ Apg 1,8 Im Verständnis von Papst Franziskus bedeutet „Kirche sein … Volk Gottes sein, in Übereinstimmung mit dem großen Plan der Liebe des Vaters… Es bedeutet, das Heil Gottes in dieser unserer Welt zu verkünden“ EG 114, denn „der himmlische Vater will, dass alle Menschen gerettet werden, und sein Heilsplan … besteht [darin], alles, was im Himmel und auf Erden ist, unter einem einzigen Herrn, nämlich Christus, zu vereinen vgl. Eph 1,10.“ EG 181 „Das Evangelium ist ein Sauerteig, der die gesamte Masse fermentiert, und eine Stadt, die hoch auf dem Berg erstrahlt und allen Völkern Licht bringt.

Das Evangelium besitzt ein ihm innewohnendes Kriterium der Vollständigkeit: Es hört nicht auf, Frohe Botschaft zu sein, solange es nicht  allen verkündet ist, solange es nicht alle Dimensionen des Menschen befruchtet und heilt und solange es nicht alle Menschen beim Mahl des Gottesreiches vereint.“ EG 237 Die Kirche übermittelt uns das Evangelium und sendet uns, es zu verkünden vgl. EG 237. Möge der Heilige Geist an diesem Pfingstfest in jedem Christen die Gnade der Berufung der  Kirche erneuern, bei der Verkündigung des Evangeliums Grenzen zu überwinden.


Fürbitten

Christus hat seinen Jüngern aufgetragen, das Evangelium allen Geschöpfen zu verkünden.  Zu ihm lasst uns beten:

• Für die Christen, die dazu berufen sind, vielerlei Grenzen zu überwinden:

A: Herr, erfülle alle mit deinem Geist.

• Für die Missionare, denen die Aufgabe der Verkündigung des Evangeliums in besonderer  Weise anvertraut ist:

A: Herr, erfülle alle mit deinem Geist.

• Für die Menschen, die das Evangelium noch nicht empfangen haben:

A: Herr, erfülle alle mit deinem Geist.


Gebet

Komm Heiliger Geist, erneuere deine Kirche, rüttle sie auf, treibe sie an, dass sie kühn aus sich herausgeht, an die Ränder geht und Grenzen überwindet, um bis an die Enden der Erde allen Geschöpfen das Evangelium zu verkünden. Amen.


Gedanke für den Tag

„Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören?“ Apg 2,7b-8

 

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