2. Tag (2016)

Gottes Gegenwart in der Einsamkeit

Impuls

Das ist das Wesen echten Trostes: Er nimmt die Wirklichkeit ungeschminkt wahr, „vertröstet“ also nicht in eine Scheinwelt. Aber er lässt mich mit der harten Realität nicht allein. In der lateinischen Sprache heißt Trost „con-solatio“ und meint das Durchbrechen der Einsamkeit, das „Mit-Sein“ in der Not. Was für ein wunderbares Geschenk Gottes an uns!

Sein Geist ist wirklich der „höchste Tröster in der Zeit“, weil er uns sagt: „Du bist niemals allein. Öffne die Tür deines Herzens für meine Gegenwart! Ich bedränge dich nicht, ich nötige dich nicht. Ich will einfach nur Gast sein in deiner Seele.

Und hab keine Angst: Ich kenne dich besser als du dich selbst. Du brauchst keine Maske aufzusetzen. Du kannst mir deine Nöte anvertrauen. Ich bin mit der Kraft des unzerstörbaren göttlichen Lebens in dir. Ich tue dir gut, bin ‚Labsal‘ für deine Seele.

Ich schenke dir mitten in der Not der Einsamkeit, in der Bedrängnis der Hoffnungslosigkeit, in der Ohnmacht der Verzweiflung meine liebevolle Gegenwart, die dir einen neuen Blick auf dein Leben schenkt. Ich will in deinem Herzen und in deinem Geist der Funken der Freude sein, der dir neuen Mut macht.“

Wie viele junge Menschen in unserer Welt fühlen sich trotz aller medialen Kontaktmöglichkeiten im Innersten allein – allein gelassen in ihren Fragen, Zweifeln, Ängsten! Der Heilige Geist kann ihnen helfen, die Kraft des echten Trostes zu erfahren, wenn er mit ihnen ist – und sie in junger Empfänglichkeit immer wieder bereit sind, die Tür ihres Herzens für den fremden und doch so vertrauten Gast zu öffnen.


Schrifttext (Lk 19, 5-10)

[Zachäus stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum.] Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sagte zu ihm: Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein.

Da stieg er schnell herunter und nahm Jesus freudig bei sich auf. Als die Leute das sahen, empörten sie sich und sagten: Er ist bei einem Sünder eingekehrt.

Zachäus aber wandte sich an den Herrn und sagte: Herr, die Hälfte meines Vermögens will ich den Armen geben, und wenn ich von jemand zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurück.

Da sagte Jesus zu ihm: Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist. Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.


Bitten

Gepriesen sei Jesus Christus, der ein fester Teil unseres Lebens sein möchte. Zu ihm lasst uns beten:

Gib uns den Mut, unser Herz für dich zu öffnen.

Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu. (GL 645.3)

Mach uns sensibel für die Not eines Lebens ohne dich.

Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu.

Schenke unserem Haus dein alles erfüllendes Heil.

Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu.


Gebet

Gütiger Gott, du klopfst an die Tür unseres Herzens und schaust mit deinem liebenden Blick auf die ungeordneten Dinge unseres Lebens. Hilf uns, die Tür unseres Herzens weit für dich zu öffnen, damit wir in all unseren Nöten deinen Trost erfahren und die rechte Orientierung für unser Leben finden. Darum bitten wir dich durch Christus, unseren Herrn.

Amen.


Persönliches Zeugnis

Sophie Flörchinger, 16 Jahre, aus Speyer

„An Gott zu glauben, bedeutet für mich Geborgenheit. Einerseits ist es die Gemeinschaft, nicht nur auf der ganzen Welt, sondern auch in seiner eigenen Pfarrgemeinde, in der sich Zusammenhalt widerspiegelt. Andererseits fühle ich mich auch geborgen, weil ich weiß, dass immer jemand, nämlich

Gott, an meiner Seite ist. An Gott zu glauben, bedeutet, niemals alleine zu sein, weil immer jemand da sein wird, der einen unterstützt und stärkt.“

Leah Weis, 17 Jahre, aus Speyer

„Der Glaube an Gott bedeutet für mich Vertrauen. Vertrauen in Gott. Egal wie verloren man sich vielleicht gerade fühlt, man kann immer darauf vertrauen, dass Gott da ist, um über einen zu wachen. Man kann darauf vertrauen, dass Gott einen immer beschützt. Gott ist immer für einen da, um einem zu helfen, um einen zu beschützen, egal was passiert. Wenn man an Gott glaubt und in ihn vertraut, ist man nie allein, einsam oder verloren.“