3. Tag (2016)

Ruhe finden bei Gott

Impuls

Die Mühsal des Alltags – kein Mensch bleibt davor verschont: die Arbeit, die uns bedrückt, Krankheit und Not in der Familie, hohe Anforderungen und Ansprüche, die von außen an uns herangetragen werden. Oft sind wir gehetzt, ein Termin jagt den anderen, und eine unstete Rastlosigkeit bemächtigt sich unser, wenn wir uns keine Pausen und Ruhemomente gönnen. Wir kommen vielleicht an Punkte, an denen das Chaos das Leben zu überfluten droht und wir nicht mehr weiterwissen: Wir laufen heiß, wir brennen aus. Wir fühlen uns dem Leben nicht mehr gewachsen.

Der heilige Augustinus hat in einer krisenhaften Erfahrung gespürt, dass es so nicht mehr weitergehen kann, dass er sein Leben ändern muss, aber er hatte nicht die Kraft dazu – bis ihm Gott die Gnade der Bekehrung schenkte und er den inneren Frieden finden konnte. In seinen autobiographischen „Bekenntnissen“, die zur großen geistlichen Literatur gehören, bringt Augustinus dieses Geschehen auf den Punkt: „Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir, o Gott.“

Das ist die Gabe des Geistes Gottes: Bei ihm kommen wir zur Ruhe. Wie ein Fächer kühlt er die Überhitzungen unseres Lebens herunter und gibt uns neuen Lebensatem. Wir entfliehen dem „Hamsterrad“ unseres Lebens, das uns eine unausweichliche Richtung vorgaukelt und sich doch immer nur um sich selber dreht.

Der Heilige Geist öffnet unseren Geist für neue Horizonte. Er führt uns von der Fremdbestimmung zur inneren Stimmigkeit. Er führt „zum Ruheplatz am Wasser“ (Ps 23), zur Quelle unseres Lebens.

Wie häufig habe ich erlebt, dass sich alles so verrannt hatte – und im Augenblick des Gebetes, der Öffnung auf die lebendige Gegenwart Gottes hin, der Atem neu in mich einkehrte und ich Befreiung erlebte.

Unsere Welt läuft nicht nur vom Klima her heiß. Gerade junge Menschen brauchen angesichts der Reizüberflutung, der sie ausgesetzt sind, Orte, wo sie zur Ruhe kommen können.

Wir alle brauchen den Geist, der uns in der Unrast des Lebens Ruhe schenkt, der uns in der Hitze durch seine wohltuende Frische wieder Atem gibt, der uns wirklich trösten kann und uns neuen Mut zum Leben schenkt.


Schrifttext (Mt 8, 23-27)

In jener Zeit stieg Jesus in das Boot, und seine Jünger folgten ihm. Plötzlich brach auf dem See ein gewaltiger Sturm los, so dass das Boot von den Wellen überflutet wurde. Jesus aber schlief.

Da traten die Jünger zu ihm und weckten ihn; sie riefen: Herr, rette uns, wir gehen zugrunde! Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst, ihr Kleingläubigen? Dann stand er auf, drohte den Winden und dem See, und es trat völlige Stille ein.

Die Leute aber staunten und sagten: Was ist das für ein Mensch, dass ihm sogar die Winde und der See gehorchen?


Bitten

Gepriesen sei Jesus Christus, dem sogar die Naturgewalten gehorchen. Zu ihm lasst uns beten:

Gib uns die Kraft, Stille auszuhalten.

Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu. (GL 645.3)

Hilf uns, deinen Plan für unser Leben zu erkennen.

Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu.

Schenke uns die Gnade, umzukehren und unser Leben zu ändern.

Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu.


Gebet

Allmächtiger Gott, unfassbar ist deine Größe, selbst die Naturgewalten schweigen auf dein Wort. Bist du bei uns, brauchen wir keine Angst zu haben. Gewähre uns deinen Geist, damit unser Herz Ruhe findet bei dir, und führe uns sicher durch alle Not und Gefahr. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Amen.


Persönliches Zeugnis

Hugues Barthélemy, 34 Jahre, aus Südfrankreich

Hugues Barthélemy fühlt sich der Generation JPII. und Benedikt XVI. zugehörig. Durch sie hat er gelernt zu glauben. Fest im Glauben war das Motto des Weltjugendtages in Madrid.

„Für mich heißt das, man kann stark und durch Christus stolz sein, katholisch zu sein. Auch die Pfadfinderschaft war sehr wichtig für mich; das waren acht Jahre Abenteuer und eine Schule der Werte.

Nach meinem Studium der Rechtswissenschaften und der polnischen Sprache, habe ich acht Jahre im Europäischen Parlament in Brüssel und in Straßburg gearbeitet. Orte, wo christliche Werte nicht mehr an vorderster Stelle stehen, wo stattdessen Geld und Ehrgeiz am wichtigsten scheinen; da verspüre ich Nutzlosigkeit: Denn das ist gefährlich für viele Leute, für die Beamten dort und die Politiker.

Obwohl ich noch nicht weiß, was ich nach dem August 2016 machen werde, bin ich heute sehr zufrieden damit, für die Kirche und den WJT als Übersetzer zu arbeiten. Ich bin mir ganz sicher, dass Gott mir den richtigen Weg zeigt!“