6. Tag (2016)

Quelle in der Wüste

Impuls

Im Wasser der Taufe hat mich Gott von allen Sünden rein gewaschen und mir das neue Leben in seiner Liebe geschenkt. Und er hat mich mit seinem Geist gesalbt, damit die Beziehung zu ihm in mir lebendig bleibt und nicht verkümmert.

Im Leben aber gibt es immer wieder trockene Zeiten. Auch das Volk Israel musste immer wieder durch Wüsten- und Durststrecken hindurch. Im Nachhinein aber zeigte sich, dass Gott sich in diesen Zeiten nicht von seinem Volk entfernt hat, sondern ihm sogar besonders nahe war.

Auf ergreifende Weise hat das der Prophet Hosea ausgedrückt, indem er folgende Worte Gottes wiedergibt: „Als Israel jung war, gewann ich ihn lieb. Ich rief meinen Sohn aus Ägypten. Je mehr ich sie rief, desto mehr liefen sie von mir weg… Ich war es, der Efraim gehen lehrte, ich nahm ihn auf meine Arme. Sie aber haben nicht erkannt, dass ich sie heilen wollte… Ich war da für sie wie die Eltern, die den Säugling an ihre Wangen heben… Wie könnte ich dich preisgeben, Efraim, wie dich aufgeben, Israel… Mein Herz wendet sich gegen mich, mein Mitleid lodert auf.“ (Hos 11,1-8)

In Christus hat Gott uns endgültig seinen Geist geschenkt, der mit uns durch alle Wüsten des Lebens geht und uns gerade dann die ganze Glut seiner zärtlichen Liebe zeigen will, wenn wir uns von Gott entfernt haben oder wir von ihm nichts mehr zu spüren meinen. Gottes Geist hat die Kraft, alle Hindernisse der Schuld und des Versagens aus dem Weg zu räumen und uns die Würde zurück zu schenken, wo wir uns schmutzig und befleckt vorkommen. Gottes Geist kann Leben neu erwecken, wo alles tot und verdorrt zu sein scheint. Gottes Geist hat wirklich heilende Kraft. Er ist wahrhaft eine unerschöpfliche Quelle des Lebens.


Schrifttext (Joh 4, 11b-15a)

[Die samaritische Frau sagte zu Jesus:] Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser? Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und seine Herden?

Jesus antwortete ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt. Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser.


Bitten

Gepriesen sei Jesus Christus, der das Wasser des ewigen Lebens spendet. Zu ihm lasst uns beten:

Lass uns deine Gegenwart auch in den schweren Zeiten unseres Lebens erkennen.

Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu. (GL 645.3)

Lass uns Vergebung erfahren, wo wir schuldig geworden sind.

Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu.

Hilf uns, Zeugnis zu geben von der Quelle des Heils.

Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu.


Gebet

Allmächtiger Gott, durch die Taufe sind wir deine Kinder geworden und wie ein Vater führst du uns durch alle Situationen unseres Lebens. Lass dein lebendiges Wasser sprudeln und schenke allen Getauften durch den Heilige Geist das ewige Leben bei dir. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Amen.


Persönliches Zeugnis

Stella Bradascio, 25 Jahre, aus Italien

„Meine Glaubenserfahrung ist sehr einfach. Ich hatte das Glück, Menschen zu treffen, die mir mit ihrem Verhalten und ihrer Art zu leben, den Weg zeigen konnten, meine Glaubenshorizonte zu öffnen.

So habe ich 2011 am WJT in Madrid teilgenommen: Es war eine unglaubliche Erfahrung, die schönste Reise, die ich je gemacht habe. Denn sie hat es mir ermöglicht, eine universelle Kirche der Jugendlichen kennenzulernen, die Lust darauf haben, die authentische Wahrheit kennenzulernen.

Nach Madrid habe ich mich entschieden, Katechetin zu werden, um den Jugendlichen in meiner Gemeinde die Freude weiterzugeben, das Evangelium zu leben.

Die größte Herausforderung ist für mich, den Jugendlichen zu vermitteln, dass, wenn wir unser Leben und unsere Zeit nicht für die Suche nach etwas Größerem verbringen, wir uns nie gänzlich mit etwas zufrieden geben werden. Diese Suche können wir vorantreiben – trotz des Studiums, trotz der Hobbys und den Leidenschaften, die uns im täglichen Leben beschäftigen.“