8. Tag (2016)

Würde des Volkes Gottes

Impuls

Was für eine Würde dürfen wir ausstrahlen! Bei der Taufe wurden wir mit dem Heiligen Geist gesalbt und in die Kirche aufgenommen. Damit gehören wir zum Volk Gottes, das er sich selbst auserwählt hat aus allen Völkern der Erde, um einen Leuchtturm in dieser Welt zu errichten.

Die Pfingstsequenz, die wir in dieser Novene betrachten, beginnt mit dem dramatischen Ruf nach dem Geist, dass er die Wand der Finsternis durchbreche und Licht in die Nächte der Menschen hineinstrahle. Und nun dürfen wir selbst, die wir mit dem Heiligen Geist gesalbt sind und die wir als Volk Gottes „aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen“ sind (1 Petr 2,9), dieses Licht der Welt, dieses Salz der Erde, diese Stadt auf dem Berg (vgl. Mt 5,13f) sein und die großen Taten Gottes verkünden. Was für eine Berufung!

Doch wie weit bleiben wir oft dahinter zurück! Schon im Neuen Testament findet sich mehrfach die Mahnung, ein Leben zu führen, das Gottes und unserer Berufung würdig ist. Auch Papst Leo greift dies im 5. Jahrhundert in einer seiner großen Predigten auf und ruft den Gläubigen zu: „Christ, erkenne deine Würde! Du bist der göttlichen Natur teilhaftig geworden, kehre nicht zu deiner alten Erbärmlichkeit zurück und lebe nicht unter deiner Würde! Denk an das Haupt und den Leib, dem du als Glied angehörst! Bedenke, dass du der Macht der Finsternis entrissen und in das Licht des Reiches Gottes aufgenommen bist. Durch das Sakrament der Taufe wurdest du ein Tempel des Heiligen Geistes. Verjage nicht durch deine Sünden den hohen Gast, der in dir Wohnung genommen hat.“

Damit wir nicht unter unserer Würde leben, brauchen wir die Gaben des Geistes Gottes. Die Tradition nennt sieben: die Gabe der Weisheit und der Einsicht, des Rates und der Stärke, der Erkenntnis, der Frömmigkeit und der Gottesfurcht. Ohne sie können wir auf dem Weg nicht bestehen. Wo diese Gaben zur Entfaltung kommen, da leuchtet mitten in unserer Welt immer wieder etwas vom göttlichen Licht und der Würde der Kinder Gottes auf.


Schrifttext (1 Petr 2, 9-10)

Ihr seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das Gottes besonderes Eigentum wurde, damit ihr die großen Taten dessen verkündet, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat. Einst wart ihr nicht sein Volk, jetzt aber seid ihr Gottes Volk; einst gab es für euch kein Erbarmen, jetzt aber habt ihr Erbarmen gefunden.


Bitten

Gepriesen sei Jesus Christus, der uns in sein Volk berufen hat. Zu ihm lasst uns beten:

Sende uns die Gaben des Heiligen Geistes, damit wir Salz der Erde und Licht der Welt sein können.

Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu. (GL 645.3)

Lass uns darauf vertrauen, dass dein Geist unserer Schwachheit aufhilft.

Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu.

Geleite uns unter der Führung des Heiligen Geistes durch diesen Tag.

Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu.


Gebet

Allmächtiger Gott, durch Christus hast du deine unendliche Güte offenbart. Du hast uns berufen, lebendige Glieder deines Leibes zu sein. Gewähre uns die Gaben des Heiligen Geistes, damit wir leben, wie es unserer Berufung entspricht, und unser Leib wahrhaft zum Tempel des Heiligen Geistes wird. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Amen.


Persönliches Zeugnis

Thomas Harbeck, 22 Jahre, aus Kanada

„Ich komme aus Kanada und habe vor kurzem mein Studium an einer christlichen Universität abgeschlossen. Ich bin in einer katholischen Familie aufgewachsen, bin zu der Einsicht gekommen, dass persönliches Engagement im Glauben wichtig ist und wollte dies ernsthaft umsetzen.

Ich habe theologische Kurse belegt, hatte gläubige Freunde und habe meinen Glauben aktiv gelebt – das war zu meiner Studienzeit zentral für mich.

Als ich dem Studienabschluss immer näher kam, war ich immer noch auf der Suche nach dem richtigen Lebensweg für mich und wollte mich für etwas bewerben, das für mich eine wirklich wichtige Bedeutung hatte. So erinnerte ich mich an den Vorschlag, Volunteer/Freiwilliger Helfer beim Weltjugendtag zu werden. Ich bin nun in der Übersetzungsabteilung. Ich hoffe, dass es mir hilft, persönlich, im Glauben zu wachsen.“