1. Tag (2010)

Schriftlesung

Aus dem 1. Petrus-Brief

Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus. Er hat uns in seinem großen Erbarmen neu geboren, damit wir durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten eine lebendige Hoffnung haben und das unzerstörbare, makellose und unvergängliche Erbe empfangen, das im Himmel für euch aufbewahrt ist. Gottes Macht behütet euch durch den Glauben, damit ihr das Heil erlangt, das am Ende der Zeit offenbart werden soll. Deshalb seid ihr voll Freude, obwohl ihr jetzt vielleicht kurze Zeit unter mancherlei Prüfungen leiden müsst. Dadurch soll sich euer Glaube bewähren, und es wird sich zeigen, dass er wertvoller ist als Gold, das im Feuer geprüft wurde und doch vergänglich ist. So wird eurem Glauben Lob, Herrlichkeit und Ehre zuteil bei der Offenbarung Jesu Christi.
1 Petr 1,3-6

Meditation

Der Anker gilt als eines der ältesten christlichen Symbole. Er ist ein Zeichen der Hoffnung. Schon bei den Kirchenvätern finden wir die Deutung: So wie die Seeleute bei einem schwe- ren Sturm keine Angst zu haben brauchen, wenn ihr Schiff einen guter Anker hat, so  brau- chen die Christen sich nicht zu fürchten, wenn sie Christus als ihren Anker haben. Der
Anker ist deshalb in der Katakombenkunst oft in der Form eines Kreuzes dargestellt. Auch wenn die frühchristliche Kunst die Darstellung des Kreuzes lange vermeidet, ist der Anker in Kreuzform ein beredter Ausdruck vom Glauben der Christen. In diesem Jahr 2010 gedenken wir insbesondere des Völkermordes an den Armeniern im Osmanischen Reich vor 95 Jahren, an dem auch die damalige deutsche Außenpolitik eine gewisse Mitschuld
trägt.                                                                                                                                                                          Die Armenier sind gewissermaßen das ältestechristliche Volk der Welt. Berühmt sind die Kreuzsteine (Katschkare) der armenischen Kunst. Durch alle Jahrhunderte haben gerade die armenischen Christen das Kreuz des Herrn mittragen müssen und haben das auf ihren Grab- und Gedenksteinen bekundet. Jesus Christus schenkt uns durch sein Kreuz den
zuversichtlichen Blick nach vorn – in diesem Leben und über dieses Leben hinaus. Es kommt darauf an, dass wir uns bei ihm fest machen, dass wir bei ihm Halt suchen und finden, weil er unsere Hoffnung ist.

Gebet aus dem Römischen Messbuch

Gott, unser Herr,
Du verbindest alle, die an Dich glauben,
zum gemeinsamen Streben.
Gib, dass wir lieben, was Du befiehlst,
und ersehen, was Du uns verheißen hast,
damit in der Unbeständigkeit dieses Lebens
unsere Herzen dort verankert seien,
wo die wahren Freuden sind.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Amen.
(21. Sonntag im Jahreskreis MB Seite 232)