4. Tag (2010)

Schriftlesung

Aus dem 1. Petrus-Brief

Legt also alle Bosheit ab, alle Falschheit und Heuchelei, allen Neid und alle Verleumdung. Verlangt, gleichsam als neugeborene Kinder, nach der unverfälschten, geistigen Milch, damit ihr durch sie heranwachst und das Heil erlangt. Denn ihr habt erfahren, wie gütig der Herr ist. Kommt zu ihm, dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen, aber von Gott auserwählt und geehrt worden ist. Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen, zu einer heiligen Priesterschaft, um durch Jesus Christus geistige Opfer darzubringen, die Gott gefallen.
1 Petr 2,1-5

Meditation

Eine Taube ohne Ölzweig kann in der Katakombenkunst auch ein Bild für den gläubigen Christen sein. Im Grunde ist in jedem Menschen die Sehnsucht nach Sinn und Glück angelegt. Wir suchen nach Erquickung, Licht und Frieden. Im Lateinischen gibt es dafür das nahezu unübersetzbare Wort „refrigerium“: Diese Erfrischung bietet die Weintraube oder die unverfälschte Milch oder das klare Wasser. In der Pfingstsequenz wird der Heilige Geist übrigens auch als „dulce refrigerium“, als „süße Erfrischung“ oder „köstlich Labsal“, bezeichnet.
So suchen gerade junge Menschen in den Ländern, in denen so lange die marxistisch-leninistische Ideologie gelehrt wurde, nach den religiösen Quellen. In den Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas ist eine Hinwendung von Jugendlichen zur Kirche sehr verschie- den. Bei meinen Reisen nach Rumänien war ich immer wieder überwältigt von der Vielzahl junger Menschen in den Kirchen. Vielleicht lösen sich manche Probleme im Zusammen- leben der griechischkatholischen und orthodoxen Christen in der nächsten Generation.
Zum Heiligen Geist beten wir für die Gott-suchendenJugendlichen: sie mögen die wahre Erquickung finden.

Gebet aus der Jakobus-Liturgie des Hl. Dionysius

O Gott, unser Vater, der Du gut bist über alle menschliche Güte hinaus; der Du gerecht bist über alle menschliche Gerechtigkeit hinaus; in dem Friede und Eintracht ist: wir bitten Dich, versöhne Deine Diener, die durch Uneinigkeit voneinander getrennt sind, und führe uns zurück zur Einheit der Liebe, die ein wenig Deinem erhabenen Wesen gleichen möge. Und da Du über allen Dingen bist, schenke uns, dass wir in einem Geist der Großmut miteinander verbunden werden; dass wir durch die Bande der Liebe und Zuneigung geistlich eins werden, in uns selbst und miteinander, durch jenen Deinen Frieden, der alle Dinge mit Frieden erfüllt: um der Gnade, Barmherzigkeit und des Erbarmens Deines geliebten Sohnes willen. Amen.