4. Tag (2012)

Hinführung

Ein Heiliger soll uns zeigen, wie es gehen kann, sich dem Wirken des Heiligen Geistes zu öffnen. Von Anfang an haben in unserer Tradition die Menschen von anderen Menschen erzählt, wenn sie vom Glauben sprachen. Und sie meinten dabei nicht nur irgendwelche spannenden Lebensgeschichten. Es ging vielmehr um Gottes-Geschichten!                                 Wenn jemand fragt: „Wer ist dein Gott?“, so können auch wir mit einer Erzählung antworten, wie er sich im Leben von Menschen als naher Gott, als rettender Gott, als heilender Gott, als liebender Gott erwiesen hat. Die Gemeinschaft der Heiligen ist die Gemeinschaft derer, denen Gott, der Heilige, Anteil gibt am Heil, das uns im Evangelium verheißen ist und insbesondere in den Sakramenten vermittelt wird.

Lesung 1 Joh 3,1–3

Seht, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns geschenkt hat: Wir heißen Kinder Gottes und wir sind es. Die Welt erkennt uns nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat. Liebe Brüder, jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Jeder, der dies von ihm erhofft, heiligt sich, so wie er heilig ist.

Betrachtungs-Impuls

Heilige sind Interpreten des Evangeliums – zunächst zu ihren Lebzeiten, dann zu jener Zeit, in der sie als Heilige propagiert werden und darüber hinaus. Leute aus dem „Volk Gottes“ geben für gewöhnlich den Anstoß, dass ein Mensch als Heiliger ausgerufen wird. Der „sensus fidelium“ also der Glaubenssinn des gesamten Gottesvolkes, gewissermaßen sein „gläubiges Fühlen“, erkennt:                                                                                                                                 Hier war ein Menschenleben in besonderer Weise mit Gott verbunden; hier hat der Geist der Heiligkeit gewirkt. Die Verantwortlichen in der Kirche bestätigen nach einem intensiven Prozess, dass dieser Mensch wirklich vorbildhaft christlich gelebt hat. Er hat, so sagen sie hinzu, das Ziel erreicht, wir dürfen annehmen, dass er nach seinem Tod die Vollendung seines Lebens in der ewigen Gemeinschaft mit Gott gefunden hat.
Wenn wir im Glaubensbekenntnis sprechen:
„Ich glaube an die Gemeinschaft der Heiligen“, dann bezeugen wir damit auch unseren Glauben an die jenseitige Welt im göttlichen Bereich, in welcher die Menschen, die ihr Leben nach dem Willen Gottes gestaltet haben, existieren. Wir können dahingehend mit ihnen verbunden sein, dass wir sie als vom Geist Gottes erfüllte Fürbitter anrufen. Dass wir ihre Gemeinschaft betonen, besagt: Wie sehr ein Einzelner auch seinen Weg gegangen ist und als solcher sich vor Gott verantworten muss, er hat schon auf Erden andere Menschen und ihre Gemeinschaften gebraucht, um seinen Weg zu gehen, und er ist auch in der Zeitlosigkeit des Jenseits in die Schar der Heiligen eingebunden, die allesamt die Heiligkeit Gottes widerspiegeln. In diese Schar eingegliedert zu werden, das sollte unser Ziel sein.

Fürbitten

V: In den Heiligen schenkt Gott uns leuchtende Zeichen seiner Gnade. Im Vertrauen auf ihre Fürsprache tragen wir unsere Anliegen vor ihn: Steh den Hirten der Kirche in ihrer Aufgabe bei, Menschen den rechten christlichen Weg zu zeigen.
A: Herr, heilige dein Volk.

V: Lass die Kinder, Jugendlichen und alle, die auf der Suche nach Orientierung für ihr Leben sind, gute Vorbilder finden.
A: Herr, heilige dein Volk.

V: Schenke den Christen in der Diaspora die Erfahrung, dass sie nicht allein sind, sondern in der Verbundenheit mit der Gemeinschaft der an Christus Glaubenden die notwendige Unterstützung für ihr kirchliches Leben erhalten.
A: Herr, heilige dein Volk.

V: Wecke in allen Getauften das Verlangen nach dem Geist der Heiligkeit.
A: Herr, heilige dein Volk.

V: Gott, durch die Teilhabe an den Gütern des Heils lässt du die Kirche deine Gnade spüren. Dafür loben und preisen wir dich in der Gemeinschaft mit allen Heiligen jetzt und in Ewigkeit.
A: Amen.


Lied: GL 642: „Eine große Stadt entsteht“

Vater Unser

Segen