7. Tag (2012)

Hinführung

Ewig leben, wer möchte das schon! Mancher alte Mensch, der seine Tage als Last empfindet, denkt: „Wenn ich schmerzlos und leise einfach gehen könnte, nicht mehr da sein würde, wie ich einmal nicht da war, das wäre mir eine Erlösung. Niemand müsste trauern, einige würden sich noch eine Zeitlang an mich erinnern, irgendwann wäre ich vergessen. Ich habe mein Leben gelebt, es ist genug!“ Der christliche Glaube gibt uns eine andere Aussicht: Solidarischen Beistand in der Gemeinschaft der Kirche erfahren! Wahre Erfüllung finden! Nicht Episode bleiben im Spiel der Natur! Ewig leben im Angesicht Gottes!

Lesung Joh 14,1-6

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe – den Weg dorthin kennt ihr. Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.

Betrachtungs-Impuls

Vom Jenseits können wir nur in Bildern sprechen. Was wir „Himmel“ nennen, beschreibt Jesus als „Haus des Vaters“, in dem er seinen Jüngern eine Bleibe bereitet, damit sie dort zusammen mit ihm sein können. Der Himmel ist also eine Art ewige „Wohngemeinschaft“ mit Gott und den Geschwistern im Glauben, d.h. mit denen, die den Willen des himmlischen Vaters erfüllen. An anderer Stelle finden wird das Bild vom Hochzeitsmahl, Beschreibungen von Friede und vollkommenem Glück im Schauen Gottes „von Angesicht zu Angesicht“. (1 Kor 13,12)
Im Johannesevangelium heißt es: „Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast.“ (Joh 17,3) In der Begegnung mit Gott, die im Tod stattfindet, wird dem Menschen klar, wo er Gutes unterlassen und Böses getan hat. Schmerzlich erkennt er seine Mängel. Durch sein Sterben hat er aber keine Möglichkeit mehr, sein Leben zu ändern, Dinge wieder gut zu machen. Wird Gott das Fehlerhafte einfach wegwischen und vergessen? Das entspricht nicht der Gerechtigkeit Gottes und auch nicht seiner grundsätzlichen Absicht, die Freiheit des Menschen
ernst zu nehmen.
Die kirchliche Lehre vom Fegefeuer kann hier tröstend helfen. Sie geht davon aus, dass Vergebung von Sünden und Heilung von Unvollkommenheiten in der künftigen Welt möglich sind. Darum ist es sinnvoll, die Verstorbenen im Gebet dem Erbarmen Gottes
zu empfehlen. Zugleich schließen wir uns damit selbst in die Gemeinschaft derer ein, die vom göttlichen Erbarmen leben. Das Schicksal des Einzelnen kann nicht von der Erlangung des Heils der Menschheit, ja der Welt als Ganzer, getrennt werden. Und so bestärkt uns der Glaube an das ewige Leben auch in der Erwartung eines vom Heiligen Geist durchwirkten
neuen Himmels und einer neuen Erde.

Fürbitten

V: Jesus Christus ist zum Vater zurückgekehrt, um uns einen Platz im Himmel zu bereiten. An ihn wenden wir uns voll Vertrauen: Für alle, die Angst haben vor der Zukunft: Erfülle
sie mit Hoffnung und Kraft zum Weiterleben.
A: Herr, sende deinen Geist.

V: Für die alten Menschen, deren Kontakte immer spärlicher werden: Lass sie nicht vereinsamen und schenke ihnen deine Nähe.
A: Herr, sende deinen Geist.

V: Für jene, deren menschliche Beziehungen zerbrochen sind: Bewahre sie vor Verzweifl ung und gib ihnen den Mut, neu zu beginnen.
A: Herr, sende deinen Geist.

V: Für die Verantwortungsträger in Politik und Wirtschaft: Gib ihnen Besonnenheit und hilf ihnen, alles zu fördern, was dem Wohl der Vielen dient.
A: Herr, sende deinen Geist.

V: Für die Verstorbenen, die uns im Glauben vorausgegangen sind: Vollende das Gute in ihrem Leben und vergib ihnen alles Versagen.
A: Herr, sende deinen Geist.

V: Ewiger Gott, du bist ein Gott des Erbarmens und der Gnade. Erhöre unsere Bitten durch Jesus Christus, unseren Herrn.                                                                                                                            A: Amen.


Lied: GL 248:  „Nun bitten wir den Heiligen Geist“

Vater Unser

Segen