5. Tag (2015)

Frieden stiften

 

Schrifttext (Mt 5,3-10)

In jener Zeit sagte Jesus: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden. Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.


Impuls

Wir leben heute in einer Welt des Unfriedens, der Kriege, der Ausbeutung, der Sklaverei. In der heiligen Messe am Weltfriedenstag 2015 hat Papst Franziskus zu Frieden gemahnt, zu „Frieden in den Herzen, Frieden in den Familien, Frieden unter den Nationen“. Die  Mahnung zum Frieden finden wir bereits in der Bibel, z.B. im Hebräerbrief: „Strebt voll Eifer nach Frieden mit allen!“ Hebr 12,14 Friede ist eine zentrale Botschaft des Evangeliums, die von allen und jedem einzelnen Anstrengungen fordert: „Während in der Welt, besonders in einigen Ländern, erneut verschiedene Formen von Kriegen und Auseinandersetzungen aufkommen, beharren wir Christen auf dem Vorschlag, den anderen anzuerkennen, die Wunden zu heilen, Brücken zu bauen, Beziehungen zu knüpfen und einander zu helfen, so dass ‚einer des anderen Last trage‘ Gal 6,2.“ EG 67 Papst Franziskus unterscheidet zwischen einem falschen und einem authentischen,  wahren Frieden: „Der soziale Friede kann nicht… als eine bloße Abwesenheit von Gewalt verstanden werden, die durch die Herrschaft eines Teils der Gesellschaft über die anderen erreicht wird. Auch wäre es ein falscher Friede, wenn er als Vorwand diente, um eine Gesellschaftsstruktur zu rechtfertigen, welche die Armen zum Schweigen bringt und ruhig stellt.“ EG 218 „Ebenso besteht der Friede ‚nicht einfach im Schweigen der Waffen, nicht einfach im immer schwankenden Gleichgewicht der Kräfte. Er muss Tag für Tag aufgebaut werden mit dem Ziel einer von Gott gewollten Ordnung, die eine vollkommenere Gerechtigkeit unter den Menschen herbeiführt.“ (EG 219 / Papst Paul VI.: Enzyklika Populorum Progressio 76) „Die Botschaft des Friedens ist nicht die eines ausgehandelten Friedens, sondern erwächst aus der Überzeugung, dass die Einheit, die vom Heiligen Geist kommt, alle Unterschiede in Einklang bringen kann. Sie überwindet jeden Konflikt in einer neuen und verheißungsvollen Synthese. Die Verschiedenheit ist schön, wenn sie es  annimmt, beständig in einen Prozess der Versöhnung einzutreten… der zu einer  ‚versöhnten Verschiedenheit‘ führt“. EG 230 „Der erste Bereich, wo wir aufgerufen werden, diese Befriedung in der Verschiedenheit zu vollziehen, ist… unser eigenes Leben… Mit Herzen, die in tausend Stücke zerbrochen sind, wird es schwer sein, einen authentischen sozialen Frieden aufzubauen.“ EG 229 Die Einladung, Frieden zu stiften, uns für  Gerechtigkeit und Versöhnung einzusetzen auf allen Ebenen, ergeht auch heute an uns. Wenn wir sie annehmen, werden wir wahrhaft Töchter und Söhne Gottes sein, wie es in den Seligpreisungen heißt.


Fürbitten

In dieser zerstrittenen Welt wollen wir um Frieden beten:

• Um Frieden in und unter den Nationen, besonders da, wo Hass und Gewalt herrschen:

A: Herr, erbarme dich.

• Um Frieden in den Familien, besonders da, wo Streit und Egoismus herrschen:

A: Herr, erbarme dich.

• Um Frieden in unsern Herzen, besonders da, wo Angst und Verzweiflung uns beherrschen wollen:

A: Herr, erbarme dich.


Gebet

Guter Gott, dein Geist ist ein Geist des Friedens und der Versöhnung. Gib uns diesen Geist, lass uns mithelfen, dass die Welt ein wenig friedvoller werde. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.


Gedanke für den Tag

„Selig, die Frieden
stiften; denn sie
werden Söhne Gottes
genannt werden.“ Mt 5,9

 

taube2