1. Tag (2015)

Aufbruch wagen

 

Schrifttext (Mt 28,16-20)

In jener Zeit gingen die elf Jünger nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel. Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie
auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.


Impuls

Aufbruch ist ein ureigenes biblisches Thema.
Abraham bricht auf Gen 12,1-3, Mose wird gesendet
Ex 3,10. Auch die Propheten erhalten ihre jeweils
eigene Sendung. „Wohin ich dich sende, dahin sollst
du gehen“, heißt es etwa beim Propheten Jeremia
Jer 1,7.

Aufbrechen ist nicht leicht. Es erfordert Mut und
Entschiedenheit, Altes loszulassen und Neues zu wagen. Aber trotz vieler Unsicherheiten steht am
Anfang eines jeden Aufbruchs das Versprechen
Gottes: Ich bin bei dir – Ich bin bei euch.
Am Ende des Matthäusevangeliums trägt Jesus seinen
Jüngern auf: „Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern…“ Mt 28,19. Papst Franziskus verheutigt diesen Missionsauftrag Jesu in seinem Schreiben EVANGELII GAUDIUM, wenn er sagt: „Heute sind in diesem ›Geht‹ Jesu die immer neuen Situationen und Herausforderungen des Evangelisierungsauftrags der Kirche gegenwärtig, und wir alle sind zu diesem neuen missionarischen ›Aufbruch‹ berufen. Jeder
Christ und jede Gemeinschaft soll unterscheiden, welches der Weg ist, den der Herr  verlangt, doch alle sind wir aufgefordert, diesen Ruf anzunehmen: hinauszugehen aus der eigenen Bequemlichkeit und den Mut zu haben, alle Randgebiete zu erreichen, die das Licht des Evangeliums brauchen.“ EG 20 Kirche ist kein Selbstzweck. Kirche ist nur dann Kirche im Sinne Christi, wenn sie immer wieder aufbricht, „um an allen Orten und bei allen Gelegenheiten ohne Zögern, ohne Widerstreben und ohne Angst das Evangelium zu verkünden.“ EG 23


Fürbitten

Gott fordert Menschen immer wieder auf aufzubrechen. Ihn wollen wir bitten:

• Gib allen, die zögerlich sind, Mut und Entschiedenheit, Altes loszulassen und Neues zu wagen:

A: Erhöre uns, Herr.

• Erfülle alle, die ängstlich sind, mit der Gewissheit, dass trotz vieler Unsicherheiten am Anfang eines jeden Aufbruchs dein Versprechen steht „Ich bin bei euch“:

A: Erhöre uns, Herr.

• Schenke allen, die übermäßig angepasst sind, die Offenheit, ihren je eigenen Weg zu erkennen und die eigene Bequemlichkeit zu überwinden, um diesen Weg zu gehen:

A: Erhöre uns, Herr.


Gebet

Herr, bleibe bei uns, damit wir bereit sind, immer wieder aufzubrechen, um an allen Orten und bei allen Gelegenheiten ohne Zögern, ohne Widerstreben und ohne Angst das Evangelium zu verkünden. Darum bitten wir dich, der du in der Einheit mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und für uns da bist in Ewigkeit. Amen.


Gedanke für den Tag

„Wohin ich dich
sende, dahin sollst
du gehen.“ Jer 1,7

 

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