Christi Himmelfahrt (2008)

Hinführung

Vertrauen ist ein Grundakt des Daseins. Es baut auf der Verlässlichkeit von Personen, Dingen und Ereignissen auf und macht Gemeinschaft und gemeinsames Handeln möglich. Dabei bleibt es doch immer ein Risiko, das Wagemut fordert. Maria, Ester und Ruth sind Beispiele dafür.

Schriftworte

Vorbilder Mariens aus dem Alten Bund: Die Moabiterin Ruth in ihrer Treue zum Volk und Gott Israels: „Der Herr, der Gott Israels, zu dem du gekommen bist, um dich unter seinen Flügeln zu bergen, möge dir dein Tun vergelten und dich reich belohnen. Ruth sagte: ‚Du bist sehr gütig zu mir, Herr. Du hast mir Mut gemacht und so freundlich zu deiner Magd gesprochen.'“ (Ruth, 2,12 ff)                                                                                                                   Vertrauen zeigt Königin Ester, als sie für ihr von Verfolgung betroffenes Volk eintritt und betet: „Herr unser Gott, du bist der Einzige, hilf mir, denn ich bin allein und habe keinen Helfer außer dir. Die Gefahr steht greifbar vor mir … . Du bist gerecht, Herr… . Denk an uns, Herr, offenbare dich in der Zeit unserer Not und gib mir Mut, König der Götter und Herrscher über alle Mächte …. Hilf mir, denn ich bin allein und habe niemand außer dir, 0 Herr. … Erhöre das Flehen der Verzweifelten und befreie uns aus der Hand der Bösen. Befreie mich von meinen Ängsten. (Ester4,17f) Vertrauensvoll sagte Maria: „Mir geschehe, wie du es gesagt hast . (Lk 1,38)

Meditation

Schwester Paula CSsR und ihre Mitschwestern berichten aus Lemberg: Schwester Julia CSsR (geboren 1926) trat 1954 heimlich der Ordensgemeinschaft bei, trotz ständiger Überwachungen und Hausdurchsuchungen durch den KGB und Denunziation durch die Nachbarn. Zur Zeit der Wende organisierte sie Demonstrationszüge für die Legalisierung der Ukrainisch-Katholischen Kirche, blieb dabei eine bescheidene Frau, die sich bis heute für die Bedürftigen einsetzt und Leuten Hilfe und Unterstützung gewährt, die im Leben viel durchgemacht haben. „Gott hilft weiter“ ist der Wahlspruch, der ihr Vertrauen belegt.

Auch der Hinweis auf das Leben alter Menschen in den Dörfern stammt von den Lemberger Missionsschwestern: Im Dorf ist das Leben für alte Menschen leichter und preiswerter, denn sie können eine Kuh oder Hühner halten und Gemüse anpflanzen. Zu dieser Ernährung aus eigener Hände Arbeit kommt die Einbindung in die Familien und die Nachbarschaftshilfe. Wenn allerdings die Kinder wegziehen, bleibt alten Menschen bei eigenen schwindenden Kräften nur das Vertrauen auf die Nachbarn und vor allem auf Gott. Die Schicksale der Ruth und der Ester und das Vertrauen Mariens begegnen uns so auch heute: Leben aus dem Gottesgeist des Vertrauens.

Fürbitten

Gott, Heiliger Geist, zu Dir rufen wir um Vertrauen. Maria, Ester und Schwester Julia haben mutig gehandelt, ihr Vertrauen auf Gott war Quell ihres Mutes. Gib auch uns dieses Ver- trauen auf dich und lass uns darin mutig handeln.

– Wir bitten dich, erhöre uns.

Die Beispiele aus dem Leben Mariens und der Ruth im Alten Testament wie das Leben alter Menschen in der Ukraine zeigen Standhaftigkeit in allen Widrigkeiten. Das Vertrauen auf Gott gibt die Kraft. Schenke, so bitten wir, diese Kraft auch uns.

– Wir bitten dich, erhöre uns.

Oft sind wir ängstlich und lassen uns vom Kleinmut überwältigen. Gib, so bitten wir, uns immer neu Deine Stärke in allem Kleinmut und aller Ängstlichkeit.

– Wir bitten dich, erhöre uns.

Immer wieder begegnen wir verzweifelten Menschen -verzweifelt an Gott, verzweifelt an den Mitmenschen. Ihnen und oft auch uns fehlen deine Erleuchtung und deine Kraft. Um deine stets neue Erleuchtung bitten wir.

– Wir bitten dich, erhöre uns.