1. Tag (2008)

Hinführung

Licht ist das Erste, was Gott in der Welt schafft. Es steht für die Weisheit des Schöpfers und macht alles bekannt, was Heil bringt. Deshalb ist der Herr „mein Licht und mein Heil“ (Ps 27,1), und Menschen können „Söhne des Lichts“ sein (Joh. 12,36). Der Menschensohn, sein Wesen, wird durch das Licht veranschaulicht. Unser Glaube benutzt das natürliche Phänomen des Lichts, um so zum Ursprung hinzuführen, Erleuchtung“ zu gewähren, die Schöpfung „durchschaubar“ zu machen, also verständlich oder jedenfalls verständlicher und damit zur Wahrheit hinzuführen, die sich in der Weisheit Gottes vollendet. So ist der Heilige Geist als Geist des Lichtes Grundlage und Zielpunkt unseres Verständnisses der Schöpfung und des Schöpfers.

Schriftworte

„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde … Gott sprach „es werde Licht — und es wurde Licht . (Gen 1,3)

„Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? (Ps27,1)

„Glaubt an das Licht, damit ihr Söhne des Lichts werdet.“ (Joh 12,36)

„Das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst. Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war – sein Name war Johannes. Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht. Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. (Joh 1,5-8)

„Als Jesus ein andermal zu den Schriftgelehrten und Pharisäern redete, sagte er Jen bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben. (Joh 8,12)

„Das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkünden. Gott ist Licht und keine Finsternis ist in ihm … Wenn wir im Licht leben, wie er im Licht ist, haben wir Gemeinschaft miteinander und das Blut seines Sohnes Jesus reinigt uns von aller Sünde. (1 Joh 1,5.7)

Meditation

Gott ist das Licht (1 Joh 1,5) und Jesus sagt von sich „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh 8,12). Auch wir sollen Licht der Welt sein (Mt 5,14). Beispiele hierfür sind die Missionarinnen der Nächstenliebe von Mutter Teresa in Rom und in Aserbaidschan, einem Land in dem insgesamt nicht mehr als etwa 600 Christen leben. Seit drei Jahren arbeiten fünf von ihnen in Baku, der Hauptstadt von Aserbaidschan. Ihr Haus bietet zehn alten Obdachlosen, die von der Rente nicht überleben können, ein Heim. Sie werden mit drei Mahlzeiten am Tag versorgt. Im Garten haben sie Beete angelegt und ziehen so ihre eigene Nahrung. Eine medizinische Versorgung ist unbezahlbar, ebenso die Kosten für Krankenhausaufenthalte und Beerdigungen.

Hier wollen die Schwestern mit Hilfe von Renovabis, durch den Kauf eines Grundstücks, das als Friedhof genutzt werden soll, und durch die Gründung eines Beerdigungsinstituts zu einer Änderung der Verhältnisse beitragen. Natürlich löst dies nicht die Probleme der kranken Obdachlosen, macht aber das Leben der Armen erträglicher, denn bisher wurden die Schwestern aufgefordert, etwa das amputierte Bein eines der Alten in einer offenen Plastiktüte mitzunehmen, weil die Klinik keine Ent- sorgungsmöglichkeiten hat. Noch drastischer schildert die Oberin das Geschehen, als ein Bewohner des Obdachlosenheims im Krankenhaus gestorben war. Die Sanitäter brachten den Leichnam ins Kloster und legten ihn in der Sakristei auf den Tisch. Gott ist uns nahe, besonders in der Not, in der Not der armen und alten Menschen und in der Not der Schwestern, die sich ihrer annehmen. So geschieht durch die Caritas, praktizierte Liebe zum Nächsten, das Zeugnis des Glaubens und die Caritas schafft das menschliche Licht, das Wärme, Sicherheit und Wegweisung bedeutet.

Fürbitten

Gott, Heiliger Geist, Geist des Lichtes, zu dir rufen wir: Ermutige uns Menschen, durch die caritative Tat in das Leben anderer Menschen Licht zu tragen.

– Wir bitten dich, erhöre uns.

Du Geist des Lichtes, hilf uns, unsere eigenen Finsternisse zu erkennen und zu überwinden.

– Wir bitten dich, erhöre uns.

Du Geist des Lichtes, hilf uns, Finsternisse in anderen, besonders in den uns nahe Stehenden, zu tragen und mit liebender Rücksichtnahme umzuwandeln.

– Wir bitten dich, erhöre uns.

Du Geist des Lichtes, wandle die Dunkelheit der Welt und lege all‘ denen das Handwerk, die diese Dunkelheiten fördern in Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Kirche.

– Wir bitten dich, erhöre uns.

Du Geist des Lichtes, erleuchte alle, die in Wissenschaft, Forschung und kirchlicher Lehre sich um das Licht mühen für sich und für andere.

– Wir bitten dich, erhöre uns.