Pfingsten (2014)

In fremden Sprachen reden

 

Schrifttext (Apg 2,1-4)

Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.


Meditation

Novene 2014, PfingstsonntagDer christliche Glaube ist von seinem Ursprung her zutiefst „übervölkisch“. Eindrücklich schildert der Apostel Lukas das Pfingstwunder, das ja gerade dadurch charakterisiert ist, dass Menschen unterschiedlichster Herkunft einander verstehen können, ja sogar die Sprache der anderen sprechen. Der Geist Gottes vermag also Einheit in der Vielfalt zu bewirken. Er ist es, der uns die Angst voreinander nehmen kann. Er ist es, der bewirkt, dass wir entdecken, welch große Gabe wir füreinander sein können, welch ein Reichtum es ist, dass wir verschieden sind.

So ist die Kirche von Anfang an – als Frucht des Heiligen Geistes – geradezu der „Global player“ schlechthin, da sie eine Gemeinschaft von Schwestern und Brüdern aus allen Völkern und Nationen ist. Dieser Wirklichkeit gerecht zu werden, verlangt allerdings von uns Christen in Europa ein tiefes Umdenken. Dialog und Versöhnung gehen an die Substanz und fordern dazu heraus, sich auf die tiefsten geistlichen Wurzeln zu besinnen. Das ist nicht immer einfach.

Doch der Heilige Geist, der am Pfingstfest auf die Apostel und die mit ihnen versammelten Frauen und Männer herabgekommen ist, bewirkt, was uns Menschen schier unmöglich erscheint: Überwindung von Fremdheit, gegenseitiges Verständnis, Einheit in Vielfalt. Heute dürfen wir uns in besonderer Weise diesem Heiligen Geist anvertrauen und zu ihm rufen: „Komm, Heiliger Geist, erfülle unsere Herzen und entzünde in uns das Feuer deiner Liebe.“


Fürbitten

Gott unser Vater, du hast uns den Heiligen Geist als Beistand und Tröster gesandt. Zu dir rufen wir:

• Dein Heiliger Geist ist die Kraft, die Grenzen überwinden kann: Fördere das Bewusstsein der Christen für die Einheit der Kirche als einer Gemeinschaft von Menschen vieler Sprachen und Nationen.

A: Sende aus deinen Geist und das Antlitz der Erde wird neu. (Gotteslob 312,2; altes GL 253,1)

• Dein Heiliger Geist ist das innerste Geheimnis der Schöpfung: Stärke diejenigen, die sich für den weltweiten Prozess von Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung einsetzen.

A: Sende aus deinen Geist und das Antlitz der Erde wird neu.

• Dein Heiliger Geist ist die Gabe des Trostes: Heile alle Menschen, die schwere seelische Verwundungen erlitten haben, und lass sie neues Vertrauen ins Leben finden.

A: Sende aus deinen Geist und das Antlitz der Erde wird neu.

Gott, unser Vater, dein Geist erfüllt den Erdkreis. In seiner Kraft singen wir dein Lob und preisen dich heute und in alle Ewigkeit. Amen.


Gebet

Gott, unser Herr, du hast das österliche Geheimnis im Geschehen des Pfingsttages vollendet und Menschen aus allen Völkern das Heil geoffenbart. Vereine im Heiligen Geist die Menschen aller Sprachen und Nationen zum Bekenntnis deines Namens. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unsern Herrn.

Tagesgebet am Vorabend von Pfingsten