6. Tag (2014)

Einen Dialog des Lebens führen

 

Schrifttext (Apg 3,1-2.6-8a)

Petrus und Johannes gingen um die neunte Stunde zum Gebet in den Tempel hinauf. Da wurde ein Mann herbeigetragen, der von Geburt an gelähmt war. Man setzte ihn täglich an das Tor des Tempels, das man die Schöne Pforte nennt; dort sollte er bei denen, die in den Tempel gingen, um Almosen betteln. Petrus aber sagte (zu ihm): Silber und Gold besitze ich nicht. Doch was ich habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, geh umher! Und er fasste ihn an der rechten Hand und richtete ihn auf. Sogleich kam Kraft in seine Füße und Gelenke; er sprang auf, konnte stehen und ging umher.


Meditation

Novene 2014, Tag 6Petrus und Johannes haben erfahren, dass die Verkündigung der Frohen Botschaft ganz eng mit dem Leben der Menschen zusammenhängt, denen sie diese Botschaft schenken wollen, dass es darum geht, wach und sensibel auf die Menschen zuzugehen und zu erspüren, was sie brauchen. So brauchte der Gelähmte im Tempel z. B. weder Silber noch Gold, sondern die heilende Zuwendung im Namen Jesu Christi.

Auch heute sind wir in besonderer Weise dazu aufgerufen, in diesem Sinne mit den Menschen einen „Dialog des Lebens“ zu führen. Wenn wir sie mit dem Geheimnis Gottes in Berührung bringen wollen, braucht es unsere Offenheit für die Freuden und Leiden, für die Hoffnungen und Enttäuschungen der Menschen. Es gilt, mit ihnen an den Orten und in den Lebensbereichen in Kontakt zu sein, die ihnen selbst wichtig sind und die zu ihrem Leben gehören. Das kann so manche Not sein, der wir in den vielen diakonischen Feldern begegnen, in denen wir als Kirche präsent und prägend sind; das können die lebensgeschichtlich bedeutsamen Ereignisse wie die Geburt eines Kindes oder der Tod eines nahestehenden Menschen sein; aber auch die vielen kulturellen Schätze, mit denen Europa ja reich gesegnet ist.

In alldem geht es darum, die heilende und stärkende Botschaft des Evangeliums als etwas zu vermitteln, das nicht nur der Vergangenheit angehört, sondern eine Bedeutung für das Leben heutiger Menschen hat. Wir selbst können dann mit dem, was wir haben, und als die, die wir sind, zu einer Auslegung dieses Evangeliums für andere werden.


Fürbitten

Gott, unser Vater, du weißt, wie ohnmächtig wir uns angesichts von Not immer wieder fühlen. Wir vertrauen dir heute die Menschen an, für die wir besonders beten wollen.

• Wir beten für die Kinder, die in ihrem Elternhaus keine Geborgenheit finden und auf der Straße leben. – Gott, unser Vater:

A: Sei du ihnen nahe und öffne unser Herz für sie.

• Wir beten für die Mütter und Väter aus dem Osten Europas, die sich gezwungen sehen, im Ausland nach Arbeit zu suchen, und die deshalb von ihren Kindern getrennt sind. – Gott, unser Vater:

A: Sei du ihnen nahe und öffne unser Herz für sie.

• Wir beten für die alten Menschen, die sich allein gelassen, abgeschoben und wertlos fühlen. – Gott, unser Vater:

A: Sei du ihnen nahe und öffne unser Herz für sie.

Gott, unser Vater, du siehst das Elend und den Schmerz aller Menschen und bist ihnen nahe. Du tröstest sie durch Deinen Heiligen Geist. Dafür danken wir dir und preisen wir dich heute und allezeit. Amen.


Gebet

Es gibt nur eine Sprache: Jesu Liebe. Es gibt nur eine Tat: Jesu Liebe. Führ uns hinein in deine Liebe, Herr, dass wir in ihr hier in der Welt wirken können, solange es Tag ist, und dann am Feierabend eingehen in deine Herrlichkeit! Amen.

Photios von Alexandrien